Diese Woche dreht sich alles um Fair Fashion, nachhaltige Produktion und Who Made My Clothes? – ja, es ist wieder soweit, Fashion Revolution Week. Wir haben ja schon erwähnt, dass wir ein paar Posts zu diesen Themen vorbereitet haben. Diese wollen wir unbedingt mit euch teilen – heute geht es um Leder und die Lederproduktion.

Warum wir trotzdem Leder tragen | vintage second hand leder produktion Chemie Chemikalien Chrom VI nachhaltig Umwelt graz österreich

Immer wieder fragen uns Leute, warum wir Leder tragen, wo wir doch vegan essen und nur nachhaltige Kleidung kaufen. Wir werden es nicht spannend machen, sondern sofort die Antwort verraten: Weil es einen riesigen Unterschied zwischen first- und second hand Leder gibt.

Billige Produktion heute

Lasst uns mit der Produktion von neuem Leder beginnen. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass man für die Herstellung echte, lebende Tiere töten muss, nur damit wir hübsche Kleidung tragen können: Das Herstellungsverfahren von Lederwaren ist, nun ja, nennen wir es… hässlich. Oft schon haben wir von Leuten gehört, dass sie ihrer Haut lieber Leder zumuten als Plastik. Ja, richtig, aber halt auch nicht ganz. Das meiste Leder wird mit giftigen Chemikalien gegerbt, meist Chrom VI, aber auch Blei oder Stoffe, deren Namen wir nicht einmal aussprechen können. Arbeiter und Arbeiterinnen in (meist) asiatischen Ländern berühren diese Chemikalien, waschen sich damit, ja trinken sie sogar. Sie sind überall, selbst im Grundwasser. Diese Giftstoffe gefährden ihre Gesundheit und nicht selten auch ihr Leben.
Die Chemikalien verschwinden dann aber auch nicht einfach. In vielen verschiedenen Lederprodukten von ganz berühmten Firmen wurden schädliche Stoffe gefunden (Quelle) – und wir tragen dies direkt auf unserer Haut!

Außerdem – ja, wir müssen es einfach noch einmal erwähnen, sorry – unschuldige Tiere werden getötet und oft so brutal behandelt, dass uns die Worte dafür fehlen. Wir können euch aber eine Dokumentation ans Herz legen, die ihr euch sogar auf Youtube ansehen könnt: 37° – Gift auf unserer Haut.

Warum wir trotzdem Leder tragen

Nach all diesen Informationen sind die Outfitfotos hier wahrscheinlich etwas fragwürdig – Lederschuhe, Ledergürtel, Lederjacke? Ja, denn obwohl wir vegan essen und über die billige und grauenhafte Produktion von Lederprodukten Bescheid wissen, etwas Altes wieder zu verwerten ist für uns ein legitimer Weg. Aber warum?

Erstens, bereits da gewesene Produkte wieder zu verwenden ist das Beste, das man für unsere lieben Mutter Erde tun kann. Kein Töten, keine schädliche Produktion, kein 10.000-Kilometer-Transportweg, kein CO2, (fast) kein Energieaufwand (wenn man vom Reinigen mal absieht. Wow, das ist wirklich viel). Für uns macht das Wegwerfen der Kleidung für das Kaufen neuer, veganer Kleidung ABSOLUT KEINEN SINN. Es wären nur neue Chemikalien, neue Energie, neue Verschmutzung von Wasser und Luft. Also ja, etwas wieder zu verwenden ist einfach extrem… HOT!

Ein weiterer Punkt ist die Langlebigkeit von Leder im Gegensatz zu Plastik, es wird nicht hässlich und porös, splittert nicht ab. Es gibt Lederjacken – vierzig Jahre alt – die immer noch aussehen wie am ersten Tag. Und selbst wenn du dich traust sie zu waschen (würden wir trotzdem nicht empfehlen, haben wir schon probiert!), werden keine Mikroplastikteilchen durch die Rohre ins Meer gespült, wie das bei Poly-Wasauchimmersachen passiert.

Und dann noch, last but not least: Leder sieht gut aus. Und wenn etwas gut aussieht und umweltfreundlich ist, kann es doch nur super sein!

Diana trägt

Classic Brown Leather Jacket | Levis 505 Mom Jeans | Edelweiss Scarf | Zarzis Tunesia Camel T-Shirt | Gürtel und Schuhe: Privat

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Credits:
Idee: Dogdays of Summer | Text: Diana Ranegger | Bilder: Vanessa Kügerl | Model: Diana Ranegger