Wer kennt es nicht: Man findet den unglaublichsten Vintageschatz auf dem Dachboden der Oma, probiert ihn an — er passt — betrachtet sich im Spiegel — sieht super aus — kommt mit der Nase ein wenig zu nah an das Material… Okay wow.
Schlechte Gerüche gehören zu alten Kästen wohl genau so wie zu großen Flohmark-Stapeln und sind oft hartnäckiger als Pickel auf der Stirn. Durch jahrelange Erfahrung und vielviel Ausprobieren haben wir aber gelernt, schlechte Gerüche zu eliminieren und dass Waschen allein nicht immer die Lösung ist. Heute geben wir euch also ein paar Tipps und Tricks, wie ihr eure optisch einwandfreie Kleidung vor der Mülltonne bewahren könnt.

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Schlechte Gerüche entfernen

  1. Waschen
    Zuerst das Offensichtliche: in die Waschmaschine damit. Passendes Waschmittel verwenden — unsynthetisch, aber gerne mit Duft. Als Geruchsneutralisierer geben wir außerdem immer einen kräftigen Schuss Apfelessig in die Weichspülkammer. Keine Sorge, die Kleidung riecht danach nicht nach Essig, aber wie durch Wunderhand werden schlechte Gerüche so oft neutralisiert. Alternativ kann auch Backpulver bzw. eine Mischung aus Backpulver und Essig verwendet werden.
    Wer auf Nummer sicher gehen will, kann natürlich auch ätherische Öle oder ähnliches zur Wäsche geben. Vorsicht nur bei Zitrusöl: Dieses kann nämlich Plastik auflösen. Relativ unideal in einer Waschmaschine.
    Achtung: Hast du Stücke, die besonders intensiv riechen, wasche sie lieber erst mal allein. Ja, es ist nicht das umweltfreundlichste, eine quasi unbefüllte Maschine einzuschalten, aber du wirst keine Freude daran haben, wenn nach der Wäsche alle Kleidungsstücke nach Dachboden riechen. Vor allem zu Beginn breiten sich die Gerüche nämlich besonders gerne auch auf andere Kleidungsstücke aus.

  2. Noch einmal in die Waschmaschine
    Im Grunde wollen wir damit nur sagen: Einmal ist hier manchmal leider keinmal. Nicht aufgeben, wenn es nach dem ersten Mal nicht geklappt hat. Gerne eine der anderen Methoden probieren – und dann eventuell noch einmal waschen (je nach Geruchsstand kann man sich jetzt aber auch trauen, andere Teile mit in die Trommel zu geben).

  3. Auslüften
    Vor allem Wolle und Teile, die ganz besonders „alt“ riechen sollten erst mal an die frische Luft. Das Lüften kann wahrlich Wunder wirken und ist ganz nebenbei noch super für Kleidungsstücke oder Accessoires, die überhaupt nicht in die Waschmaschine können (wie Loden-Mäntel, Lederteile oder riesige Pelzungetüme). Dabei nur nicht zu lange in die Sonne hängen, um (partielles) Ausbleichen zu verhindern.

  4. Einfrieren
    Vor allem für Leute mit großer Kühltruhe ein super Tipp: Das Vintagestück erst mal bei -18° Celsius ein paar Tage ruhen lassen. Achtung nur bei Kühltruhen mit Eigengerüchen — wir möchten den Gestank ja los werden und nicht durch Lebensmittelgeruch ersetzen.

  5. Einsprühen
    Eigens erfundene Geruchsneutralisierer helfen dabei, Stücke schnell wieder auf Vordermann zu bringen. Ideal für Teile, die nicht gewaschen werden dürfen und nach dem Aushängen immer noch leicht „müffeln“. Bitte unbedingt darauf achten, möglichst natürliche Sprays zu kaufen. Alternativ kann auch klarer Alkohol verwendet werden.

  6. Steamen
    Durch Hitze und Dampf werden nicht nur Keime und Bakterien abgetötet, sondern auch schlechte Gerüche entfernt. Beim Steamen nur unbedingt viel lüften, da vor allem stark riechende Kleidungsstücke ihren Geruch sonst im ganzen Raum verteilen.

  7. Kaffeepads
    Um Taschen wieder auf Vordermann zu bringen, kannst du Kaffeepulver verwenden: Entweder Kaffeepads oder Filter mit getrocknetem Kaffeesud. Der Kaffeegeruch wirkt neutralisierend.
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Wer sich gar nicht erst auf komplizierte Geruchsentfernungsmethoden einlassen möchte, kann sich auch einfach bevorzugt in Secondhandläden umsehen, die ihre Kleidung zuvor waschen bzw. reinigen.
Wir bei Dogdays Vintage verkaufen beispielsweise ausschließlich gewaschene Vintageware (außer Teile, die nicht gewaschen werden dürfen. Diese werden durch Hitze desinfiziert), weshalb der typische „alte“ Geruch in keinem der Schätzen zu finden ist.

Mehr nützliche Tipps und Tricks zum Thema Waschen findest du in unserem Care-Guide.

Credits:
Idee: Dogdays of Summer | Text, Fotos: Diana Ranegger