before and after: Schulterpolster entfernen aus Vintage 80er Jahre Jacken wie zB. Seidenbomber, Lederbomber
before and after

Manchmal kann man sie einfach nicht gebrauchen, die Schulterpolster. Die crazy 80er-Jahre Bluse mag zwar besonders cool und authentisch sein, wenn auch die obere Partie betont ist — aber so manche Seidenjacke oder karierter Blazer wäre halt einfach besser ohne. Zum Glück gibt es immer wieder Teile, bei denen es ganz einfach geht. Schnipp-schnapp auf der einen und schnipp-schnapp auf der anderen Seite, schon hat man die lästigen Dinger heraus geschnitten. Doch nicht selten gaben sich die Näher und Näherinnen der vergangenen Jahrzehnten besonders viel Mühe; haben die Schulterpolster nicht nur eingenäht, sondern auch doppelt verstärkt. Und schneidet man einfach wild drauf los, hat man nicht nur Löcher an den falschen Stellen, es passiert auch schon mal ein Missgeschick.

Um es dir in Zukunft besonders einfach zu machen, haben wir hier die besten Tipps und Tricks für das einfache Entfernen von Schulterpolstern zusammen gefasst. Easy-peasy und für jede und jeden machbar! Los geht’s.

Schulterpolster entfernen – so geht’s

1. Die Schulterpolster überprüfen

Wir beginnen mit dem Offensichtlichen: überprüfen, wie die Schulterpolster befestigt sind. Sind sie sichtbar, wenn du dein Kleidungsstück nach außen drehst, ist es kinderleicht. Die Fäden suchen, die die Pads an die Schulterteile gebunden haben und vorsichtig auftrennen. Idealerweise verwendest du einen Nahtauftrenner dafür, aber eine spitze Schere tut es im Normalfall auch. Sind deine Schulterpolster in dein Oberteil eingenäht, solltest du jetzt weiter lesen.

2. Ein kleines Loch machen

Bitte mache auf keinen Fall den Fehler und trenne direkt unter der Schulter auf. Ja, es wäre der offensichtlichste Weg, aber er verkompliziert die Prozedur. Stattdessen suchst du auf den Innenseiten der Ärmel nach der Naht, die ursprünglich zum Schluss das Futter verschlossen hat (siehe oberer Teil des Fotos). Sie ist meist nach außen gedreht bzw. besser sichtbar als die anderen und daher einfacher zugänglich. Hier beginnst du, mit einem Nahtauftrenner oder einer spitzen Schere die Nähte zu löschen und so ein kleines Loch ins Futter zu machen. Achte darauf, den Stoff selbst nicht anzuschneiden.

3. Die Schulterpolster schneiden

Sobald das Loch groß genug ist, dass du gut hinein kommst, arbeite dich mit deinen Fingern bis zu einem Schulterpolster vor. Diesen kannst du jetzt durch das Loch nach außen holen und mit der Schere von seinem angestammten Platz schneiden (natürlich kannst du gegebenenfalls auch hier den Nahtauftrenner zur Hilfe nehmen). Achte bitte wieder unbedingt darauf, kein Stück Stoff mitzuschneiden. Es würde ewig dauern, um solche Fehler wieder unsichtbar zu machen (und viele sind sogar irreversibel).

4. Und jetzt noch einmal auf der anderen Seite!

Hast du die eine Seite geschafft, machst du dich an die zweite Seite. Viele Kleidungsstücke sind so aufgebaut, dass auch der zweiten Polster durch das erste Loch zugänglich ist. Sollte dies hier nicht der Fall sein, verfahre mit dem anderen Ärmel genau gleich wie auf der ersten Seite. Jetzt bist du auch schon fast fertig!

5. Das Loch schließen

Zum Schluss kannst du das Loch im Futter noch schließen. Wir schreiben hier bewusst „kannst“, da es — je nach Größe — im Ärmel kaum stört und daher auch offen gelassen werden könnte. Mit einer Nähmaschine wäre es aber auch fix geschlossen, versprochen! Im Grunde musst du nicht einmal auf die Farbe des Fadens achten, da es sowieso niemand sieht. Hast du keine Nähmaschine parat, kannst du das Loch auch mit ein paar Hand-Stichen schließen.

Schulterpolster entfernen aus Vintage 80er Jahre Jacken wie zB. Seidenbomber, Lederbomber

Das war ja nicht so schwer, oder? Wenn du es trotzdem nicht mal durch die Anleitung geschafft hast, weil dir schon die Ohren klingeln, wenn jemand „Nadel“ sagt, keine Sorge. Solltest du ein Vintageteil in unserem Laden erstehen und dir nicht zutrauen, die Schulterpolster selbst heraus zu nehmen, kannst du dich auch gerne an uns wenden. Geht ja auch wirklich fix.

Credits:
Idee: Dogdays of Summer | Text: Diana Ranegger | Fotos: Clarissa Kober und Diana Ranegger